Matthias KorbWir bieten unseren Kunden einen Domainumzug z.B. von 1&2 (oder so ähnlich) zu uns für eine Pauschale an. Dabei kennen wir die Kündigungs- und Domainumzugsvorgänge vieler Provider gut und können dies zügig und ohne Schmerzen für den Kunden vornehmen.

Doch…….

wie führt man einen Domainumzug ohne Zugang zum alten Hostingpaket und einem Ex-Dienstleister durch, der die Zugangsdaten partout nicht rausrücken will? Analyse und Hartnäckigkeit führen dann zum Ziel.

13 Domains sollten auf einen unserer WebServer umziehen. Das Problem allerdings war, das der alte Dienstleister die Zugangsdaten zum alten Hostingpaket nicht herausgeben wollte. Wenn diese Zugangsdaten vorliegen, ist ein Domainumzug gar kein Thema. Die Datenbanken werden gesichert und die Dateien per FTP vom Webserver kopiert. Danach wird der Kunde auf dem neuen Server angelegt, die Domains vom alten Hoster per Auth-Code übernommmen und die Datenbanken und Dateien werden wieder installiert. Die E-Mail-Adressen werden eins zu eins aus dem alten Paket übernommen. Fertig.

Ohne Zugangsdaten gestaltet sich der Vorgang allerdings etwas kniffliger. Zuerst wurde bei allen Webseiten geprüft, ob es statische Seiten sind. D.h. ob die Seiten selbstgeschrieben sind und nicht dynamisch wie bei einem CMS. Dies lässt sich am Quellcode der Seite relativ leicht erkennen. Bei einigen Seiten war dies der Fall. Zum Beispiel zeigten zwei Seiten in einem Frame andere Webseiten an. Bei diesen Webseiten, kann man dann den Quellcode der Seite in eine neue index.html speichern und auf dem neuen Server ablegen. Sieben weitere Seiten waren ebenfalls statisch und zeigten einen Link zur Hauptdomain. Bei diesen konnte man ebenfalls den Quellcode der Seite in einer Datei auf dem neuen Server ablegen.

3 Seiten waren lediglich Weiterleitungen auf die Hauptdomain. Diese Weiterleitungen kann man natürlich einfach per .htaccess wieder einrichten.

Das eigentlich knifflige war die Hauptdomain mit einem installiertem CMS. Um an die Dateien auf dem alten Webserver zu kommen, halfen dann doch nur tägliche und konsequente E-Mails an den alten Dienstleister. Von Aussagen wie: “der Kunde hat alle Zugangsdaten” darf man sich nicht irritieren lassen. Nach mehreren Tagen wurden uns dann widerwillig die FTP-Daten zu der Domain mitgeteilt (Zustimmung unseres Kunden lag natürlich vor). Jetzt konnten wir schonmal die Dateien sichern. Allerdings wurde die Herausgabe des Datenbanklogins verweigert. Diese findet man aber in der Konfigurationsdatei des CMS. Mit den vorliegenden FTP-Daten kann man nun entweder PHPMyAdmin installieren oder man schreibt ein kleines PHP-Script das die Datenbank als Datei sichert. Ich entschied mich für letzteres, da dies erheblich schneller ging, denn Zeit ist Geld.

Nachdem jetzt alle Daten gesichert waren, konnte es an den eigentlichen Domainumzug gehen. Die Übermittlung der Auth-Codes ging dann zügig von statten. Das lag auch daran, das wir bei den FTP-Zugangsdaten zur Hauptdomain bewiesen hatten, dass wir uns nicht einfach abschütteln lassen.

Jetzt konnten wir die Domains und die Daten des Kunden auf unserem Premium-Webserver installieren. Die anzulegenden E-Mail-Adressen wurden kurzerhand durch einen Blick in den E-Mail-Client des Kunden ermittelt. Durch die gut geführte Dokumentation des Kunden konnten auch alle Passwörter übernommen werden, sodass nur einmal die Mailserveradressen geändert werden mussten.

Nachdem Umzug auf unseren Hochleistungsserver haben wir einen weiteren zufriedenen Kunden. Seine Webseiten sind merklich schneller, Google bewertet das besser und er muss sich bei Problemen nicht erst durch einen first- und second-level-Support quälen, sondern er hat einen direkten und kompetenten Ansprechpartner.

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